Pflege einer artenreichen Böschung in Stuttgart-Zazenhausen

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An der süddisponierten Hangseite des Bisachgrabens in Stuttgart-Zazenhausen befindet sich eine langgezogene, steile Böschung. Diese wird seit zehn Jahren im Rahmen des Biotopverbundes Mühlhausen-Zazenhausen von der ARGE Nord-Ost e.V. zusammen mit dem Bürgerverein Zazenhausen e.V. gepflegt.

Ziel der Pflege ist das Entstehen einer artenreichen Böschung mit Wildkräutern und Gräsern, wie sie früher für die Weinberge, die es dort gegeben hat, typisch waren. Eine Leitart ist der Runde Lauch (allium rotundum).

Wir mähen die Böschung meistens zweimal im Jahr. Dadurch sollen dem Boden möglichst viele Nährstoffe entzogen und der ursprünglich vorhandene magere Standort wieder hergestellt werden. Noch ist die Böschung gut gedüngt. Das hat seine Ursache in den darüberliegenden Äckern (Mais, Gerste etc.), von denen regelmäßig Nährstoffe in die Böschung hineingewaschen wurden. Vor einigen Jahren wurde jedoch der direkt oberhalb angrenzenden Acker auf biologische Bewirtschaftung umgestellt und als Puffer zur sensiblen Böschung ein Wiesenstreifen mit einer Baumreihe angelegt. Seitdem werden keine Nährstoffe mehr in die Böschung eingewaschen und sie kann systematisch ausgemagert werden.

Durch die hohe Intensität, die unsere Landwirtschaft heute erreicht hat, werden viele Düngemitel eingesetzt. Dadurch sind viele Flächen mittlerweile chronisch überdüngt. Auf diesen wachsen dann hauptsächlich die Pflanzen - auch Wildkräuter -, die den vielen Dünger besonders gut verwerten können. Diese werden daher auch "Stickstoffzeiger" genannt. Alle andere Pflanzen werden von diesen verdrängt. Im Laufe der Jahre hat das dazu geführt, dass viele Pflanzen, die auch auf mageren Standorten gut wachsen, aus dem hohen Stickstoffangebot gut gedüngter Flächen aber keinen Vorteil ziehen können, vom Aussterben bedroht sind. Will man diesen Pflanzen ein Überleben sichern bzw. sie in einer Gegend wieder heimisch werden lassen, muss man ihnen gezielt abgemagerte Standorte anbieten. Mit der Pflege der Böschung in Zazenhausen versuchen wir das zu erreichen.

Das Mähen der Böschung ist harte Handarbeit, Maschinen können fast nicht eingesetzt werden. (Die Böschung ist im hinteren Teil so hoch und steil, dass auch schon vorgeschlagen wurde, sie als Übungsgelände dem Deutschen Alpenverein anzudienen.) Trotzdem wurden schon gute Erfolge verbucht, so hat sich beispielsweise der Wilde Majoran dort wieder ausgebreitet.

Stand August 2010



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