Die Natur soll durch eine neue Straße zerstört werden:


Die wertvollen Grüngebiete des Langen Feldes und des Schmidener Feldes sowie das Neckartal zwischen Remseck-Aldingen und Stuttgart-Mühlhausen werden durch die Planung des Nordostring Stuttgart bedroht. Der Nordostring wäre eine 4-spurige, autobahnähnliche Schnellstraße zwischen Stuttgart-Zuffenhausen / Kornwestheim und Fellbach / Waiblingen. Da die Bundesregierung (SPD/Grüne-Koalition 2004) aus ökologischen Gründen die Weiterplanung des Nordostrings verboten hat, versuchen das Land Baden-Württemberg und das Regierungspräsidium die Planung in Teilabschnitten durchzusetzen. Das aktuell geplante Teilstück des Nordostrings ist die Neckarbrücke nördlich von Stuttgart-Mühlhausen.



Keine Autobahn auf unsere Felder - auch nicht in Abschnitten!


Als Einstieg in den 4-spurigen Nordostring plant das Regierungspräsidium Stuttgart (RP) eine neue Neckarbrücke südlich von Aldingen. Diese Brücke wäre ein zentrales Teilstück des Nordostrings. Die Pläne wurden erstmalig im Herbst 2006 ausgelegt. Dagegen sind fast 6000 Einsprüche beim RP eingegangen! Das RP hat daraufhin 2007 die Planung etwas abgeändert im Januar 2008 erneut ausgelegt. Gegen die geänderten Pläne gingen nochmals 1400 neue Einsprüche ein. Wegen handfester Rechenfehler im Verkehrsgutachten musste das RP 2009 zum dritten Mal auslegen. Schon während der Auslegung zeichnete sich ab, dass das RP mit seinem Verkehrsgutachten wieder deutlich neben der Wirklichkeit liegt. Besonders peinlich für das RP: durch fehlerhafte Gutachten hat sich die Behörde die Brücke schönrechnen lassen.


Unhaltbare Verkehrsgutachten:


Das RP Stuttgart veröffentlichte zum dritten Mal ein fehlerhaftes Verkehrsgutachten zur geplanten Nordostringbrücke bei Aldingen. Zählungen von Fellbach und Kornwestheim ergaben, dass das RP insbesondere den Lkw-Verkehr um bis zu 80% überschätzt hat. Bereiten Sie sich ein paar vergnügte Minuten und lesen Sie hier alles über
"Die seltsamen Verkehrs-Gutachten des RP Stuttgart"


Das RP spricht von einer Brücke und meint den großen Nordostring:


Die Brücke wird vom RP so geplant, dass sie sich problemlos in einen autobahnähnlichen Nordostring integrieren lässt! Sie schafft mehr neue Probleme als sie löst. Die vom RP Stuttgart angeführten Effekte der Entlastung von Remseck und der besseren Verbindung sind Behauptungen ins Blaue und durch nichts belegt.
Es gibt zu dieser Nordostring-Brücke bessere Alternativen z.B. die Billinger-Brücke. Erklärtes Ziel des RP aber ist der durchgängige Nordostring, der die Bundesstraßen B10/27 im Westen mit der B14/29 im Osten direkt verbindet. Hierfür soll die geplante Neckarbrücke der Einstieg sein. Der im Laufe des Verfahrens ausgeschiedene Regierungspräsident Dr. Andriof sagte hierzu im Dezember 2007: "Wir verbinden jetzt zwei Landstraßen. Fernziel ist die Verbindung Bundesstraße zu Bundesstraße. Aber wir müssen heute das Machbare machen."


Stuttgart will seine Freiflächen schützen:


Die SPD hat im Stuttgarter Gemeinderat einen Antrag zum Schutz und zur Aufwertung der von der Planung des Nordostrings betroffenen Freiflächen im Norden der Landeshauptstadt gestellt.
Der Antrag fordert die Intensivierung der dort bereits seit einigen Jahren durch die Stadt be-triebenen Biotopvernetzung in Abstimmung mit der Landwirtschaft und die Aufstellung eines Bebauungsplans zur Sicherung der Freiflächen sowie die Gründung eines Landschaftserhaltungsverbandes zusammen mit den Städten Kornwestheim und Fellbach.
Der Antrag wird am 9. Februar im Ausschuss für Umwelt und Technik der Stadt Stuttgart beraten. Angesichts der neuen Mehrheiten im Stuttgarter Gemeinderat ist davon auszugehen, dass der Antrag angenommen wird.
Das Regierungspräsidium steht dadurch mit seiner Planung einer durchgehenden Straßen-verbindung über das Schmidener Feld und das Lange Feld zunehmend isoliert da. Korn-westheim, Stuttgart und Fellbach lehnen eine solche neue Straße über ihre Freiflächen ab. Damit würde dar geplante Nordostring größtenteils über die Gemarkung von Städten verlau-fen, die ihn entschieden ablehnen.
Dokument: Antrag der SPD Stuttgart vom 22.1.2010



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