Die neue Neckarbrücke des Regierungspräsidiums Stuttgart südlich von Aldingen
(L1197 Neckarquerung des Vorverfahrens 2005)

Diese Informationen beziehen sich auf das Vorverfahren 2005!

31.1.2006: Die Stellungnahme der ARGE Nord-Ost e.V. zum Vorverfahren zur geplanten Neckarbrücke.

(Bilder durch anklicken vergrößern)
Im Juni 2005 unterrichtete das Regierungspräsidium Stuttgart (RP) die Öffentlichkeit über eine knappe Pressemitteilung, dass es eine neue Brücke über den Neckar plane. Gleichzeitig kündigte die IHK Stuttgart an, dem RP 25.000 Euro für die Weiterplanung des Nordostrings zu spenden.
(Lageplan aus den Planungsunterlagen des RP)
Diese "neue" Neckarbrücke des RP wäre zufällig genau auf der Trasse des geplanten Nordostrings gelegen. (Lageplan aus der Pressemitteilung des RP, die Markierung "C1" und die beiden roten Pfeile sind eingefügt)
Die Brücke sollte 15 Meter breit und 500 Meter lang werden. Sie sollte 3 Fahrspuren bekommen, 2 in östlicher und eine in westlicher Richtung. Sie hätte sich dadurch später ohne Umbau als die nördliche Fahrbahn (2 Fahrstreifen plus Standstreifen) des 4-spurigen Nordostrings verwenden lassen.
Sie hätte das Neckartal dabei in 15 bis 23 Meter Höhe überquert. (Höhenprofil aus den Planungsunterlagen des RP)


Was wären die Folgen dieser vom Regierungspräsidium geplanten Neckarbrücke?

Durch die C1-Brücke würde ein Teil des Verkehrs, der heute über die bestehende Neckarbrücke in Remseck fährt, nach Süden, in Richtung Kornwestheim, Fellbach,Aldingen und Mühlhausen verschoben.
Gleichzeitig würde sich die Gesamtverkehrsmenge durch unseren Raum weiter erhöhen. Die bestehende Brücke in Remseck würde gegenüber heute um weniger als 25% des Verkehrs entlastet. Heute fahren ca. 33.000 Kfz/Tag über diese Brücke. Nach dem Verkehrsgutachten des RP sollen es im Jahre 2020, wenn die C1-Brücke beim Hornbach gebaut ist, immer noch 25.000 Kfz/Tag sein. Die Brückenzufahrten entlang und durch die Ortslagen von Neckargröningen und Neckarrems würden gegenüber heute keine Entlastung erfahren. Die C1-Brücke würde also nicht einmal die Verkehrsprobleme der Gemeinde Remseck lösen!
Erkauft würde diese völlig ungenügende Entlastung der Remsecker Brücke mit einer starken Mehrbelastung im Süden von Aldingen, im Norden von Mühlhausen, in Kornwestheim, in Hegnach und in Oeffingen. Mehrbelastungen würden weiterhin in Teilen von Ludwigsburg und von Waiblingen auftreten. In Aldingen würde der Verkehr vor allem auf der Aldinger Westtangente durch die C1-Brücke sehr stark zunehmen. In Kornwestheim würde die Aldinger Straße sehr stark zusätzlich belastet werden. In Ludwigsburg würde die Friedrichstraße entlastet, die Aldinger Straße neu belastet werden.
Erkauft würde diese völlig ungenügende Entlastung der bestehenden Neckarbrücke auch durch starke Eingriffe in die Natur und die Landschaft im Neckartal.Auf beiden Seiten des Neckars würden wichtige klimaaktive Freiflächen zerstört. Diese Flächen sind für die Frischluftzufuhr von Aldingen und Mühlhausen von großer Bedeu-tung. Viele Hektar beste Ackerböden gingen der Landwirtschaft verloren. Auf dem Ostufer wäre der Verlust eines großen Gebietes für die Naherholung zu beklagen.
Durch die 500 Meter lange und bis über 20 Meter hohe Brücke würde das landschaftlich schöne Neckartal durchschnitten.
Auf dem Ostufer würde massiv in sehr wichtige Flächen für den Artenschutz (z.B. für den Steinkauz) eingegriffen.Es käme zur Zerschneidung großer zusammenhängender Grünflächen. Dies würde zu einer Zunahme der Verinselung und damit zum Zusammenbruch bisher stabiler Populationen im Plangebiet führen. Viele Tiere würden auch den Unfalltod erleiden. Beim Steinkauz ist das heute schon die häufigste Todesursache.